Schlafmedizin

Wissenswertes über Schlaf


Der Schlafbedarf kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein, beträgt aber im Durchschnitt 8 Stunden. Der Schlafbeginn kann ebenfalls individuell variieren zwischen Nachteulen und Frühaufstehern.

Ein gesunder Schlaf ist durch eine bestimmte Abfolge von Schlafstadien gekennzeichnet:
  • Wachphase
  • Schlafstadium 1 oder Einschlafphase
  • Schlafstadium 2 oder Leichtschlafphase
  • Tiefschlafphase 3
  • Tiefschlafphase 4
  • REM oder Traumphase (Rapid Eye Movement)

In einer Nacht durchläuft jeder Mensch normalerweise 4 bis 6 Schlafzyklen die aus verschiedenen Schlafstadien mit einem bestimmten Anteil der einzelnen Phasen bestehen. Ein Durchlauf dauert ca. 90 Minuten.

Für die Erholung des Körpers sind die Tiefschlafphasen von entscheidender Bedeutung. Hier ist der Spannungszustand der Muskeln (Muskeltonus) niedriger als in den Schlafphasen 1 und 2. In der REM-Phase werden die geistigen und seelischen Ereignisse des Tages verarbeitet. Der Muskeltonus ist in dieser Schlafphase am niedrigsten. Es ist die Phase in der wir lebhaft träumen. Charakteristisch hierfür sind die schnellen Augenbewegungen (engl. Rapid Eye Movement) bei geschlossenen Augenlidern.

Liegt eine Schlafstörung mit häufigem Aufwachen vor, können die erholsamen Tiefschlafphasen nicht oder nur schwer erreicht werden. Die Folge ist ein für den Patienten nicht erholsamer Schlaf – auch wenn er es selbst nicht wahrnimmt.

Unter Schlafdefizit verstehen wir einen Mangel an individuell benötigtem Schlaf. Bedingt durch unsere moderne Arbeitswelt und Freizeitgestaltung leiden viele Menschen unter Schlafmangel. Besteht der Schlafmangel über mehrere Tage kann sich ein gro?es Schlafdefizit von vielen Stunden aufbauen mit der Folge von erhöhter Tagesschläfrigkeit.

Kommt zu diesem Schlafdefizit noch ein durch eine Schlafstörung bedingter "nicht erholsamer Schlaf" kann dies zu ernsten gesundheitlichen Schäden führen.

Besonders gefährlich wirken sich die Tagesmüdigkeit und die reduzierte Reaktionsfähigkeit beim Autofahren aus. Nach Untersuchungen des ADAC geht ein hoher Prozentsatz an schweren, meist tödlichen Unfällen auf das Einschlafen des Fahrers zurück. Neuere Untersuchungen des HUK-Verbandes geben Einschlafen am Steuer bei 25% aller tödlichen Unfälle an.


Diagnose


Diagnostik der Schlafbezogenen Atmungsstörung:

1. Anamnese
2. Klinische Untersuchung
3. Ambulantes Screening
4. Untersuchung im Schlaflabor

1. Der erste Hinweis auf eine mit Schnarchen verbundene Atmungsstörung kommt häufig von einer dritten Person, die von teilweise sehr lauten Schnarchgeräuschen gestört wird. Ein Fragebogen kann den Verdacht auf eine ernst zu nehmende Erkrankung erhärten.

2. Sie sollten Ihren Arzt aufsuchen, der Sie ggf. an einen Spezialisten weiter überweisen kann (Internist, Pneumologe, Hals-Nasen-Ohrenarzt, Neurologe).

3. Ein Hals-Nasen-Ohrenarzt oder Lungenfacharzt kann eine weitergehende Diagnostik Ihrer Schlafstörung durchführen. Dies ist in der Regel ambulant möglich (Polygraphie).

4. Erst wenn der Verdacht auf eine schwere Schlafapnoe besteht, ist eine stationäre Diagnostik in einem Schlaflabor durch einen Schlafmediziner notwendig.

Ein wichtiges Ziel der Diagnostik ist es, das "harmlose Schnarchen" von dem "krankmachenden Schnarchen" zu unterscheiden.

Der Schweregrad der Atmungsstörung wird mit dem Apnoe/Hypopnoe-Index (AHI) bewertet:
  • Kein Anhalt für obstruktives Schnarchen: <5 Apnoe/Hypopnoen pro/h
  • Leichtgradig: 5-15 Apnoe/Hypopnoen pro/h
  • Mittelgradig: 15-30 Apnoe/Hypopnoen pro/h
  • Schwergradig: über 30 Apnoe/Hypopnoen pro/h

Bei harmlosen Schnarchen treten weniger als 5 Apnoe/Hypopnoen pro Stunde auf (AHI <5/h). Das Schnarchen ist zwar störend für den Partner, hat aber in diesem Stadium keine gesundheitsschädigende Wirkung.

Trotzdem muss Schnarchen schon als ein Risikofaktor angesehen werden, da im Laufe der Jahre eine zunehmende Tendenz zur Verschlechterung der Atemstörung besteht.

Bei mehr als 5 Atemstillständen von ¸ber 10 Sekunden (AHI 5-15/h) sprechen die Schlafmediziner von einer leichten obstruktiven Schlafapnoe. Die häufigsten Folgen der Atemstörung sind eine Belastung des Herz-Kreislauf-Systems und eine Beeinträchtigung der Schlafqualität, die sich in einer zunehmenden Tagesmüdigkeit bemerkbar macht.

Je nach Schweregrad der Schlafstörung wird Ihnen der Schlafmediziner einen individuellen Therapievorschlag unterbreiten.


Therapie


Beim lauten - aber für die Gesundheit harmlosen - Schnarchen hilft eine Unterkiefer-Protrusionsschiene: IST-Gerät oder TAP-Gerät. In einem hohen Prozentsatz kann das störende Geräusch fast vollständig ausgeschaltet werden. Die Lebensqualität für Sie und Ihren Partner wird dadurch wesentlich verbessert. Klinische Untersuchungen haben gezeigt, dass auch harmloses Schnarchen jederzeit in ein krankmachendes Schnarchen übergehen kann.

Bei leichtgradigem Apnoe/Hypopnoe-Index kann ebenfalls ein IST-Gerät oder TAP-Gerät helfen. Bei mittel- bis schwerem Apnoe/Hypopnoe-Index ist eine CPAP-Maske (Continous Positiv Airway Pressure) das Mittel der Wahl.

Bei Unverträglichkeit der CPAP-Maske kann eine Unterkiefer-Protrusionsschiene eine sinnvolle Alternative sein. Auf jeden Fall muss vor der Therapie mit einer Unterkiefer-Protrusionsschiene eine Diagnose durch einen Schlafmediziner gestellt werden!

Sollten Sie an der Behandlung Ihrer Schnarchproblematik mit einer Unterkiefer-Protrusionsschiene interessiert sein, wenden Sie sich an uns. Wir werden Ihnen gerne weitere Informationen geben und ggf. einen Kostenvoranschlag erstellen.




 








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